Jürgen Walter erneut für die Landtagswahl nominiert

Die große Mehrheit der Nominierungsversammlung des Ludwigsburger Grünen-Kreisverbandes hat sich am 13.04.2005 für Jürgen Walter als Kandidat für die Landtagswahl 2006 entschieden. Bei der geheimen Abstimmung im Barockzimmer des Ratskellers entfielen 41 von 47 gültigen Stimmen auf Jürgen Walter und fünf auf den Remsecker Hartmut Dunger; es gab eine Enthaltung.

Bei der Zweitkandidatur machte Jürgen Walters Bewerberin das Rennen: Eine deutliche Mehrheit von 43 Stimmen holte die Ludwigsburger Rechtsanwältin und Vorsitzende des Grünen-Ortsverbandes Ingrid Hönlinger. Hartmut Dungers Zweitkandidat, der Patentanwalt Hans-Jörg Schaller, unterlag.

Jürgen Walter, seit 1992 bei den Grünen im Landtag, stimmte die Versammlung auf einen harten Richtungswahlkampf ein. Als Kernpunkte grüner Politik in Baden-Württemberg nannte er den Ausstieg aus der Atomkraft und die Hinwendung zu regenerativen Energien. Hiervon würden vor allem Handwerk und Mittelstand profitieren. Da die Nachfrage nach Umwelttechnologien weltweit steigt, sollte sich ein hoch industrialisiertes Land wie Baden-Württemberg einen großen Teil des Kuchens abschneiden.

Die viel beklagte Feinstaubbelastung in den Städten bezeichnete Jürgen Walter als Armutszeugnis für die Landesregierung und die Autoindustrie. Die Landes-regierung hat jahrelang versäumt, sich für Luftreinhaltemaßnahmen einzusetzen.

Eine Absage erteilte Jürgen Walter der Agro- Gentechnik, von der seiner Meinung nach nur die Industrie profitiert. Die baden- württembergische Landwirtschaft sei aufgrund ihrer Strukturen für die Gentechnik ungeeignet.

Die Bildungspolitik sollte ein Schwerpunkt des Wahlkampfes werden. Jürgen Walter sprach sich klar für eine neunjährige Basisschule mit Ganztagesbetrieb aus. Trotz des PISA- Schocks halten CDU und FDP unbeirrt am dreigliedrigen Schulsystem fest, obwohl die erfolgreichen skandinavischen Länder bewiesen haben, dass eine neun- oder zehnjährige Basisschule wesentlich bessere Ergebnisse bringt.

Scharf kritisierte Jürgen Walter außerdem die Medienpolitik des Landes. Die Ludwigsburger Filmakademie sei zwar ein medienpolitischer Leuchtturm, aber nach wie vor werde in Baden- Württemberg zu wenig getan, damit sich junge Produzenten hier niederlassen.

 

Als das Wildern in fremden Revieren bezeichnete Jürgen Walter den Versuch des designierten Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU), grüne Themen zu besetzen. „Die Leute wählen dann doch lieber das Original und nicht die Kopie“, meinte Jürgen Walter.