Die Grünen im Kreis Ludwigsburg

Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe auch im Kreis Ludwigsburg ziehen

Nach Ansicht des grünen Landtagsabgeordneten Jürgen Walter müssen aus der verheerenden Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands und Südosteuropas auch im Kreis Ludwigsburg die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden.

"In den betroffenen Kommunen muss endlich erkannt werden, dass die Uferzonen für eine weitere Bebauung absolut tabu sein müssen! In diesen Bereichen hat es in der Vergangenheit genug Sünden gegeben." Der Bau von Dämmen reiche allein nicht aus, so Walter weiter. Es müsse auch künftig genügend Flächen geben, in denen das Hochwasser ablaufen könne. Angesichts der drastischen Klimaerwärmung müsse nach Auffassung von Klimaexperten gerade auch in Baden-Württemberg mit lang anhaltenden Regenperioden, insbesondere in den Wintermonaten, gerechnet werden.

"Wer glaubt, dass angesichts dieser Entwicklung weiterhin Uferbereiche bebaut werden dürfen, der erweist seiner Gemeinde und der jeweiligen Bevölkerung einen Bärendienst", sagte Walter. Der vorhandene Siedlungsdruck müsse auf andere Weise aufgefangen werden. Nur so könne Schlimmeres verhindert werden. Sollten sich die Kommunen entlang der Flüsse nicht einsichtig zeigen, müsse die Region Stuttgart die Kompetenz erhalten, im Regionalplan verbindliche Verbotszonen auzuweisen, in denen es zukünftig keine Bebauung geben darf.

"Es kann nicht sein, dass der Egoismus einzelner Kommunen die gesamte Gesellschaft teuer zu stehen kommt", erklärte Walter. Auch die Untere Naturschutzbehörde habe in der Vergangenheit immer wieder auf das Problem hingewiesen, ohne überall das entsprechende Gehör zu finden.

Darüber hinaus müssten sich auch viele Kommunen im Kreis Ludwigsburg stärker ihrer Verantwortung für das Gesamtklima bewusst werden. So sei zu beobachten, dass die Bemühungen zur Energieeinsparung in den letzten Jahren deutlich abgenommen habe. Dabei gebe es gerade in den Kommunen mit ihren zahlreichen öffentlichen Einrichtungen immense Einsparmöglichkeiten. Auch die Nutzung regenerativer Energien sowie der Einsatz der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung stecke im Kreis noch in den Kinderschuhen, auch wenn die eine oder andere Gemeinde hier Pionierarbeit geleistet habe.

"Im Übrigen zeigt sich, dass entsprechende Verträge zum Energiemanagement in Gemeinden selbst gar nichts kosten, sondern sich durch eingesparten Gelder selbst tragen. Wir haben es alle gemeinsam in der Hand, der Klimakatastrophe entgegen zu wirken. Die Bundesregierung leistet hier im Großen Vorbildliches, die Kommunen sollten diesem Beispiel im Kleinen folgen", meinte Walter. Da der Verkehr weiterhin der Hauptemittent bei Kohlendioxid sei, müsse der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in den nächsten Jahren absolute Priorität haben. "Angesichts der Fernsehbilder beispielsweise aus Dresden zeigt sich, wie kleinkariert bei uns über die Reaktivierung der Bahn zwischen Ludwigsburg und Markgröningen diskutiert werde. "Dabei zeigt das Beispiel "Stadtbahn Remseck", wie erfolgreich schienengebundener Nahverkehr Menschen zum Umsteigen bewegt", fügte Walter hinzu.